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Polittreff

 
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Du bist Funkamateur oder Kurzwellenhörer? Wir zählen auf Dich als Zuhörer! Funkamateure treffen Politiker.
Freitagabend, den 13. März 2009
7. Werler Polittreff

Der 7.Werler Polittreff ist Geschichte.

Hier der Einladungsflyer zum Polittreff.

 

Folgender Bericht kommt von Kurt,DL8DMA:

Werler Polittreff vom 13.03.2009 in der Stadthalle Werl
Anwesend:
Michael Bruns, Bundestagskandidat, Die Linke
Eckhard Fischer, Referatsleiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft der SPD
Bernhard Schulte-Drüggelte, MdB, CDU
Adolf Wiemhöfer, FDP
Der Vertreter der Grünen hatte leider kurzfristig einen anderen Termin und hat
abgesagt.
Thilo Kootz, DL9KCE, wissenschaftl. Mitarbeiter des DARC e.V.
Ulfried Ueberschar, DJ6AN, Referent EMV
Utz Kehrer, DF2SU, juristischer Mitarbeiter des Referates EMV
Lutz Kalle, DJ4VF, Distriktvorsitzender Distrikt Westfalen-Süd


Nach der Begrüßung durch Kurt Meerkötter, DL8DMA vom einladenden DARC
Ortsverband Werl - O49, sprach der stv. Bürgermeister der Stadt Werl, Peter
Comblain, ein Grußwort.
Themen des diesjährigen Polittreffens waren
1. Die Folgen der EMV-Gesetzgebung
2. Die Rolle der BNetzA bezüglich der EMV-Problematik


Thilo Kootz, DL9KCE, Ulfried Ueberschar, DJ6AN, Utz Kehrer, DF2SU, stellten
in ihren Vorträgen die technische und rechtliche Problematik dar. Die
Veranstaltung moderierte der DV O Lutz Kalle, DJ4VF.
Thilo Kootz beleuchtete zunächst die Entwicklung der EMV-Gesetzgebung.
Schon um 1900 gab es eine EMV-Regelung. Diese galt der Vorsorge und nicht
erst der Abhilfe und war schlicht und einfach: "Keiner darf den anderen stören".
Die rechtliche Situation für alle Funkdienste, selbst für die sicherheitsrelevanten
Funkdienste, hat sich danach immer weiter verschlechtert. Thilo Kootz belegte
dieses durch eine Veröffentlichung aus dem BMWi. Anhand der BMWi-
Veröffentlichung kann man nur zu dem Schluss kommen, dass selbst das
Ministerium mit der Entwicklung unzufrieden ist. Den in Werl anwesenden
Politikern wurde ein Weg aufgezeigt, wie man trotz des in der Praxis fehlenden a
priori Schutzes doch noch für die elektromagnetische Verträglichkeit von
Produkten im Sinne des EMVG sorgen kann. Dabei müsste die im EMVG
vorgesehene Marktbeobachtung im Hause der BNetzA erheblich gestärkt und
gleichzeitig transparent und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Hinweise auf Probleme mit Produkten werden nämlich von den Kunden nicht,
oder erst zu spät bemerkt. Das Nachsehen haben die Verbraucher und Nutzer
der Funkdienste. Eine Durchfallquote von teilweise über 50 % der getesteten
Geräte (lt. BNetzA-Jahresbericht) zeigt weiterhin die Notwendigkeit der
Einführung wirksamer Sanktionen, denn offensichtlich nimmt derzeit kaum ein
Hersteller die gesetzlichen Vorgaben wirklich ernst. Im Bereich der
Störungsbearbeitung sind Transparenz und die Einführung eines
Qualitätsmanagements gefragt. Es müssen Bearbeitungszeiten von mehreren
Jahren vermieden werden.


Verschärft wird die Entwicklung, wie Ulfried Ueberschar mit seinem Vortrag
fortsetzte, durch die Handlungsweise der BNetzA. Ulfried Uberschar belegte an
Hand einiger Fälle, das nicht hinnehmbare Verhalten durch selbst hohe Beamte
der BNetzA. Statt elektromagnetische Störungen zu finden und auszuräumen
zieht sich die BNetzA zurück und die Betreiber der Funkdienste haben das
Nachsehen. So nannte er u.a. exemplarisch die PLC-Vernetzung in Werler
Schulen. Hochrangigen Mitarbeitern der BNetzA ist per Messprotokoll bekannt,
dass eine Grenzwertüberschreitung von 3.500-fach vorliegt. So bestätigte Herr
Schwalbach, BNetzA, Ref. Funkverträglichkeit, in einem schriftlichen
Telefonprotokoll : "Wenn eine Störungsmeldung eingeht, wird sich die
Bundesnetzagentur damit beschäftigen. Wenn die PLC-Modems und das PLCNetz
die o.g. EN 55022 einhalten, ergeht aufgrund der gegenwärtigen
Rechtslage keine Untersagungsverfügung."


Utz Kehrer sieht ebenfalls Handlungsbedarf bei er BNetzA. Die Abteilung
Marktbeobachtung im Hause BNetzA verkündet, dass mit PLC alles in Ordnung
sei. Tatsächlich aber sind elektromagnetische Störungen durch PLC und
zusätzlich noch durch diverse andere Produkte, besonders aus
Billigimportländern, vorhanden. Beachtenswert ist auch die Elektronik der
Energiesparlampen. Energiesparlampen sind von der EU gefordert. Diese
bergen, bei EMV-technisch nicht sauberer Konstruktion, ein hohes
elektromagnetisches Störpotential. Zu bedenken ist hier unbedingt die
Umweltbilanz dieser Lampen; diese sei nach dem jetzigen Stand wohl eher
negativ.


Über das Verhalten der BNetzA zeigten sich die Politiker unzufrieden. Es soll
einen Termin in Kürze in Bonn bei der BNetzA geben und zwar mit BNetzAMitarbeitern,
mit Herrn Martin Dörmann, Wirtschaftspolitischer Specher der SPD
und mit RTA-Mitgliedern mit der Zielsetzung, dass das Handeln der BNetzA
zukünftig dem entspricht, was die Intention des EMVG fordert. Herr Schulte-
Drüggelte erklärte, dass er sich in Vorbereitung zu dem Polittreff bei der Werler
Stadtverwaltung und bei der BNetzA nach dem Sachstand der Störproblematik
der PLC-Vernetzung in den Werler Schulen erkundigt habe. Nach der Aussage
beider Behörden sei mit den Funkamateuren keine Probleme bekannt und alles
sei in Ordnung. Dieser Aussage wurde sofort von Kurt Meerkötter, der sich
schon fast seit Beginn der PLC-Vernetzung in den städtischen Werler Schulen
mit der Angelegenheit befasst, sehr energisch widersprochen. Herrn Fischer
waren schon die neuen elektrischen Leistungszähler bekannt, die als
Pilotprojekte zur Zeit getestet werden. Er sprach sich vehement gegen
Übertragung der Messdaten dieser Zähler per PLC-Verbindung aus. Herr
Fischer begründete seine Ablehnung nicht nur mit dem enormen Störpotential,
welches diese Technik berge, sondern lehnte die Geräte auch aus funktionellen
Gründen ab. So müssen u. U. in einem Wohnblock derart viele Daten
übertragen werden, dass es zu einer gegenseitigen Beeinflussung der in die
Zähler eingebauten PLC-Modem kommt. Deshalb müssen in den Gebäuden
nicht nur einfach die Zähler installiert werden, sondern es muss auch eine
entsprechende Struktur zur Datenübertragung geschaffen werden.
In der über drei Stunden dauernden Veranstaltung waren sowohl die Politiker,
die Vortragenden, als auch die zahlreich erschienenen Funkamateure - auch
aus anderen Distrikten - sehr in der Konzentration gefordert. Ein wichtiger
Aspekt folgte dem anderen. Es ging Schlag auf Schlag. Die Funkamateure im
Plenum beteiligten sich lebhaft an der Diskussion, denn sie verfügen über eine
reichhaltige Erfahrung auf dem Gebiet der EMV und so war es wichtig, dass die
Politiker an dem Abend viele Ansatzpunkte für ihre politische Arbeit mit nach
Hause nehmen konnten.


Von Seiten des DARC Ortsverbandes Werl, O49 , werden solche
Veranstaltungen als enorm wichtig angesehen. Die gelegentlich zu hörenden
Argumente, dass dies ja nichts bringe, ist durch die Erfolge der Werler
Polittreffen widerlegt. So wurden als Ergebnis eines Werler Polittreffens z.B. in
einer EU-Richtlinie Änderungen vorgenommen, welche für uns Funkamateure
enorm wichtig waren. Die Zusage, ein Treffen mit der BNetzA, der Politik und
dem RTA als Konsens aus der jetzigen Veranstaltung ist schließlich auch nicht
gering zu schätzen. Der DARC Ortsverband Werl, O 49, ruft allen
Funkamateuren zu: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon

verloren.

Vy73 Kurt DL8DMA

 



Hier einige Zeitungsausschnitte von früheren Polittreffs (PDF):

1998
2002
2003
2004
2005

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